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Gruppenbezeichnungen im Judentum
Ich bin absolut kein Spezialist für das Judentum und auch kein Nahostexperte. Aber als Israelsympathisant interessiere ich mich dafür, was in Palästina vor sich geht und wie die Juden ticken.
Bei der Transkription neuhebräischer (Abk. nhebr., d.i. heutiges Ivrit) Wörter verzichte ich auf die Kennzeichnung von Schwa und Chatef-Vokalen durch Hochstellung und die Unterscheidung von Qámets und Pátach bzw. von Tsere und Segol. Den St. constr. Mask. Pl. auf -ֵי gebe ich mit -ej (atl. ê) wieder. Spirantisches ב ist v, spirantisches פ ist f, צ ist tz (atl. ṣ). Bei Wörtern, die bereits alttestamentlich (Abk. atl.) belegt sind, transkribiere ich meist nach meinen Usancen zur Wiedergabe des atl. Hebr.
Was die Herkunft der Juden im heutigen Israel betrifft, unterscheidet man drei Gruppen:
Daneben gibt es noch kleinere Gruppen, wie z.B. die Beta Israel (äth. ቤተ፡ እስራኤል bēta ʾəsrāʾēl, amhar. betä əsraʾel „Haus Israel“), auch Falascha (äth. ፈላሻ falāšā, amhar. fälaša „entwurzelt, heimatlos, exiliert“, Landau S. 244a) genannt, das sind die äthiop. Juden.
Ein in den 1930er Jahren aufgekommener soziolog. Begriff ist Tzabar (nhebr. צַבָּר tzabbar „Feigenkaktus“, Pl. צַבָּרִים tzabbarîm) für im Land geborene Israeli (im Gegensatz zu ihren aus der Diaspora eingewanderten Eltern oder Großeltern). Bei uns geläufiger ist die Form Sabra, d.i. arab. صَبْر ṣabr (eigentlich „Aloe“, dann auch auf die aus Südamerika eingeführte Opuntia ficus-indica übertragen, vgl. aram. צברה / syr. ܨܰܒܪܳܐ ṣabrâ „Aloe“).
Religiöse Gruppierungen sind u.a.
Die Parteienlandschaft in Israel ist stark zersplittert und volatil. In der aktuell (2026) 25. Knesset sind 15 Parteien vertreten, 5 davon bilden eine Regierungskoalition. Parteien entstehen und lösen sich auf, fusionieren und spalten sich ab, bilden Wahlbündnisse und trennen sich wieder. Wenn Sie diese Zeilen lesen, gibt es die meisten hier beschriebenen Parteien wahrscheinlich gar nicht mehr. (nhebr. כְּנֶסֶת kneset „Versammlung“, Wz. atl. כנס „(ver)sammeln“.)
Die ersten Jahrzehnte nach der Staatsgründung wurde die Politik dominiert von sozialistischen bzw. sozialdemokratischen Parteien. Zunächst regierte die Mapai (מפא״י, Akronym aus מִפְלֶגֶת פֹעֲלֵי אֶרֶץ יִשׂרָאֵל mifleget poʿalej ʾeretz jiśraʾel „Partei der Werktätigen (od. Arbeiter) des Landes Israel“). Parteichef war David Ben-Gurion. 1968 wurde daraus (nach Fusion mit kleineren Linksparteien) die Avoda (atl. הָעֲבֹודָה ha-ʿavodâ „die Arbeit“). Parteichefin wurde bald darauf Golda Meïr. Andere bekannte Politiker dieser Partei waren Jitzchak Rabin, Schimʿon Peres und Ehud Barak. Seit der Fusion mit der Partei Meretz (nhebr. מֶרֶץ meretz „Elan, Energie, Kraft“) im Jahr 2024 heißt die Partei HaDemokratim (nhebr. הַדֶּמֹוקְרָטִים ha-demôqraṭîm). Sie ist aber zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft (4 von 120 Sitzen in der Knesset).
Der rechts-konservative Gegenspieler ist Likud (nhebr. לִיכּוּד lîkkûd „Vereinigung, Zusammenschluss“), 1973 als Parteienbündnis gegründet, seit 1988 eine Partei. Die größte Partei in diesem Bündnis war die nationalistische Cherut (nhebr. חֵרוּת ḥerût „Freiheit“). Bekannte Likud-Politiker waren Menachem Begin, Jitzchak Schamir, Ariel Scharon und Benjamin Netanjahu. Seit 1977 stellte Likud die Mehrzahl der Ministerpräsidenten (s. Liste der Ministerpräsidenten von Israel). In den letzten Jahren ist Likud zunehmend rechtspopulistisch mit Hang zum Illiberalismus geworden. Da die Liberalen nicht mit Netanjahu können, bildet dieser Koalitionen mit kleinen ultranationalen und ultraorthodoxen Parteien.
2005 trate der damalige Likud-Chef Ariel Scharon aus der Partei aus und gründete eine eigene Partei namens Kadima (atl. קָדִ֫ימָה qādîmâ „vorwärts“). Kadima stellte zweimal den Ministerpräsidenten (Ariel Scharon und Ehud Olmert), ehe sich die Partei 2015 wieder auflöste. Eine andere Abspaltung der Likud ist die Partei mit dem schönen Namen Tikwa Chadascha (תקווה חדשה, atl. תִּקְוָה חֲדָשָׂה tiqwâ ḥadāšâ „neue Hoffnung“) (seit 2020). Die Partei will aber vor den nächsten Wahlen wieder mit Likud fusionieren.
Die derzeit zweitstärkste Fraktion in der Knesset ist die liberale Jesch Atid (יֵשׁ עָתִיד jeŝ ʿatîd „es gibt eine Zukunft“; atl. עָתִיד ʿātîd „bereit, fertig; zukünftig“). Sie wurde 2012 von Jaʾir Lapid gegründet.
Die stärkste religiöse Fraktion ist derzeit Schas (ש״ס šas, ein Akronym aus שֹׁומְרֵי-תֹורָה סְפָרַדִים šômrej-tôrâ sefāradîm „sephardische Tora-Wächter“). Sie wurde 1984 gegründet und vertritt ein sephardisches und mizrachisches haredisches Judentum. Zweitstärkste religiöse Partei ist Mafdal – HaTzionut HaDatit. Der Bindestrich deutet es an: dies ist ein Bündnis aus הַצִּיּוֹנוּת הַדָּתִית ha-tzijjônût ha-datît „religiöser Zionismus“ (seinerseits ein 2021 geschlossenes Dreiparteienbündnis) und מפד״ל (Akronym aus מִפְלָגָה דָּתִית לְאֻמִּית miflagâ datît leʾummît „religiöse national(istisch)e Partei“, לְאֻמִּי leʾummî ist nhebr. Nisbe zu atl. לְאֹם leʾom „Volk, Nation“, Pl. לְאֻמִּים leʾummîm). Dies ist eine orthodoxe, ultranationalistische Partei (Siedlungsbau, „Großisrael“).
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Letzte Aktualisierung: 8. Juni 2026